Der besondere Wasserturm

Das Ferienhaus am Stiel in Plön

Es ist ein atemberaubendes Erlebnis, vom Balkon des Plöner Wasserturms auf den See zu schauen mit seinen kleinen bewaldeten Inseln. Geht man ein Stück weiter den rund um den Turm führenden Balkon, so sieht man das weiße Schloss und die kleine, am See gelegene Stadt Plön mit ihrem historischen Bahnhof und dem 60m hohen Turm der Nikolaikirche. Der Turm ist übrigens genau so hoch, wie der See an der tiefsten Stelle tief ist.

Wasserturm Plön im BauGebaut wurde der Turm mit seinen Jugenstil-Elementen im Jahr 1913. Sein Behälter fasst 150 Kubikmeter Wasser.

Das Plöner Wochenblatt vom 25. April 1912 schrieb: „Durch eine in der Farbe wechselnde Materialzusammenstellung und eine einfache charakteristische Gliederung des ganzen Turmes soll ein zeitgemäßes und unser Landschaftsbild prägendes Bauwerk geschaffen werden, das auf der Volksfestkoppel lange Zeit ein Wahrzeichen unserer Stadt sein wird und von dessen Aussichtsgalerie man einen herrlichen Blick über unsere seenreiche Gegend wird genießen können.“

Blick vom Plöner Wasserturm

Zu Beginn der 1960er Jahre bauten die Stadtwerke ein Behelfswasserwerk und 1965 auf dem Parnaß in einer Höhe von 67 m über dem Meeresspiegel einen 1000 Kubikmeter fassenden Hochbehälter. Damit wurde der Wasserturm überflüssig und musste aus dem Netz genommen werden.

1976 stelle die Schleswag einen Abbruchantrag für den unnötigen Turm. Dagegen aber wehrte sich die Bevölkerung heftig und erhielt Unterstützung vom Landesdenkmalamt. Dr. Hans Utermöhl bescheinigte dem Bauwerk, dass es in die Reihe der eindrucksvollen technischen Kulturdenkmale einzureihen sei, die zum Stadtbild gehören und damit untrennbar verbunden sind. In seinem Gutachten bezeichnet er vor allem die elegante wie technisch saubere Holzkonstruktion der Turmhaube als kleines Kunstwerk. „Abschließend der Hauptgrund“, schreibt Utermöhl, „der m.E. gebieterisch die Erhaltung des Turmes in seiner jetzigen Gestalt fordert: Er wäre dann das erste bewusst vor seiner Zerstörung bewahrte technische Baudenkmal in Schleswig-Holstein überhaupt und damit eine neue Sehenswürdigkeit Plöns, worauf in ihren Prospekten hinzuweisen wäre.“

Dieser Appell hatte Wirkung, und so wurde der Wasserturm am 25. März 1977 in das Denkmalbuch eingetragen. Damit durfte die Schleswag den Turm nicht abreißen und musste ihn sogar noch sanieren. Zur vorgeschlagenen Übergabe des Turms an die Stadt für eine Nutzung als Aussichtsturm kam es nicht. Statt dessen bot die Schleswag den Turm als Geschenk an denjenigen an, der zuerst mit einem notariell vorbereiteten Vertrag in der Geschäftsstelle in Rendsburg erscheint. Nach Veröffentlichung des Angebots war am nächsten Tag um 11 Uhr der Plöner Journalist Eckard F. Eisenack der erste. Er war nur 15 Minuten schneller als die Mitglieder einer alternativen Kommune. Eisenack ließ den Turm nach den Plänen des Plöner Architekten Bertram Steingräber in eine „Wohnung am Steiel - mit Stil“ auf fünf Etagen umbauen.

Plöner Wasserturm Innen

Das war kein ganz einfaches Projekt, da der Innendurchmesser des nicht entfernten Wasserbehälters nur knapp sieben Meter beträgt, der Durchmesser der Räume im Schaft sogar noch kleiner ist. Immerhin passten übereinander Arbeits- und Wohnzimmer in das fünf Meter hohe Reservoir. Auf dem Tropfboden finden wir die gemütliche Küche. Darunter im Schaft sind Eingangsdiele und Bad, Schlafzimmer mit Dusche und WC untergebracht. Ein Fahrstuhl erspart dem Bewohner einen Teil des mühsamen Aufstiegs. Der untere Teil des Turms wurde nicht ausgebaut und enthält noch die alte Treppe. Eisenack lebt inzwischen meist in Spanien und vermietet seinen Turm als sicher einmaliges Feriendomizil.

 

Ein Einblick per Video:

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